ᐅ Erdgeschoss: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de (2024)

Inhaltsverzeichnis

  • Relevante Gesetze und Vorschriften zum Erdgeschoss
  • Baurechtliche Vorschriften zum Erdgeschoss
  • Mietrechtliche Aspekte des Erdgeschosses
  • Bauliche Anforderungen und Eigenschaften des Erdgeschosses
  • FAQ zum Erdgeschoss
  • Welche baurechtlichen Vorgaben gelten für das Erdgeschoss?
  • Wie ist das Erdgeschoss im Mietrecht definiert?
  • Was sind die Vor- und Nachteile des Wohnens im Erdgeschoss?
  • Welche besonderen Regelungen gelten für das Erdgeschoss im Wohnungseigentumsrecht?
  • Wie gestaltet sich der Verkauf einer Erdgeschosswohnung?
  • Wie verhält es sich mit einer Erdgeschosswohnung im Sinne des Sondernutzungsrechts?
Das Erdgeschoss ist diejenige Etage eines Gebäudes, die sich unmittelbar über dem Boden bzw. der Geländeoberfläche befindet und zumeist ebenerdig zugänglich ist.Im deutschen Baurecht ist das Erdgeschoss auch als "Geschoss 0" oder "Geschoss EG" bekannt. Es dient meist gewerblichen oder wohnlichen Zwecken und ist von großer Bedeutung für das Baurecht, das Mietrecht und das Wohnungseigentumsrecht.

Relevante Gesetze und Vorschriften zum Erdgeschoss

Im deutschen Recht gibt es keine einheitliche Regelung zur Definition des Erdgeschosses. Stattdessen wird in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen auf das Erdgeschoss Bezug genommen, wobei die genaue Bedeutung und Ausgestaltung sich aus dem jeweiligen Kontext ergibt. Zu den relevanten Paragraphen und Vorschriften zählen unter anderem:

  • Baugesetzbuch (BauGB),
  • Landesbauordnungen (LBO),
  • Verordnung über wohnungswirtschaftliche Berechnungen (II. BV),
  • Mietrecht.

Baurechtliche Vorschriften zum Erdgeschoss

Die Landesbauordnungen (LBO) der Länder und das Baugesetzbuch (BauGB) enthalten Vorschriften, die sich auf das Erdgeschoss beziehen. Hierbei geht es unter anderem um grenzständige Bebauung, Geschossflächenzahl (GFZ) oder die Barrierefreiheit von Gebäuden. So wird zum Beispiel in einigen LBOs gefordert, dass im Erdgeschoss von Mehrfamilienhäusern eine barrierefreie Wohnung vorhanden sein muss.

Mietrechtliche Aspekte des Erdgeschosses

Im Mietrecht spielt das Erdgeschoss insbesondere im Zusammenhang mit Mietminderungen eine Rolle. In einigen Fällen kann die Lage einer Wohnung im Erdgeschoss zu einer Minderung des Mietzinses führen – etwa wenn die Wohnung aufgrund der Lage vermehrtem Lärm oder Einbruchsgefahr ausgesetzt ist. Allerdings ist die Erdgeschosslage allein kein ausreichender Grund für eine Mietminderung, sondern es muss eine konkrete Beeinträchtigung des Mieters vorliegen.

Bauliche Anforderungen und Eigenschaften des Erdgeschosses

Zu den baulichen Anforderungen und Eigenschaften des Erdgeschosses zählen unter anderem:

  1. Barrierefreiheit: Die Barrierefreiheit ist insbesondere im öffentlichen Bereich von großer Bedeutung und kann in einigen Fällen auch für das Erdgeschoss von Mehrfamilienhäusern verlangt werden. Dies erleichtert den Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
  2. Kellerersatzräume: In einigen Fällen wird aufgrund von Baugrundverhältnissen im Erdgeschoss eines Gebäudes auf einen Keller verzichtet und stattdessen ein sogenannter Kellerersatzraum im Erdgeschoss geschaffen. Dieser Raum dient der Lagerung und der Unterbringung von Hausanschlüssen und Heizungsanlagen.
  3. Gewerbliche Nutzung: Nicht selten sind Wohn- und Geschäftshäuser so aufgeteilt, dass das Erdgeschoss für gewerbliche Zwecke genutzt wird. Hierbei ist die Lage im Erdgeschoss oft von Vorteil, da sie eine gute Sichtbarkeit und Erreichbarkeit für Kunden ermöglicht.

FAQ zum Erdgeschoss

Welche baurechtlichen Vorgaben gelten für das Erdgeschoss?

Im Baurecht sind für das Erdgeschoss bestimmte Vorgaben festgelegt, welche die Bauordnung der jeweiligen Bundesländer regelt. Dies betrifft unter anderem die maximale Gebäudehöhe, die Grundflächenzahl (GFZ) und die Geschossflächenzahl (GFZ). Zudem gelten für das Erdgeschoss besondere Anforderungen an den Brandschutz und den Schallschutz, die in der jeweiligen Landesbauordnung (LBO) festgelegt sind. Auch die Nutzung des Erdgeschosses unterliegt bestimmten baurechtlichen Bestimmungen.

Wie ist das Erdgeschoss im Mietrecht definiert?

Im Mietrecht spielt das Erdgeschoss eine Rolle hinsichtlich der Miethöhe und der Nebenkosten. Die Definition des Erdgeschosses im Mietrecht kann von derjenigen im Baurecht abweichen. Entscheidend ist hier die vertragliche Vereinbarung zwischen Mieter und Vermieter. In manchen Fällen kann das Erdgeschoss auch als Hochparterre oder Tiefparterre bezeichnet werden. Diese Begriffe finden in der Regel dann Verwendung, wenn das Erdgeschoss höher oder tiefer liegt als die Geländeoberfläche.

Was sind die Vor- und Nachteile des Wohnens im Erdgeschoss?

Das Wohnen im Erdgeschoss bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Zu den Vorteilen zählen unter anderem die Barrierefreiheit, die gute Erreichbarkeit, der häufig direkt anschließende Garten oder eine Terrasse. Auch die Bewirtschaftungskosten und die Heizkosten können im Erdgeschoss geringer ausfallen. Dennoch gibt es auch Nachteile, wie etwa den geringeren Schallschutz, den eingeschränkten Sichtschutz und das höhere Einbruchsrisiko. Zudem ist der Mietpreis im Erdgeschoss oftmals niedriger als in höheren Geschossen.

Welche besonderen Regelungen gelten für das Erdgeschoss im Wohnungseigentumsrecht?

Das Wohnungseigentumsrecht regelt die rechtlichen Rahmenbedingungen für das gemeinschaftliche Eigentum in einem Gebäude. Hierzu gehört auch das Erdgeschoss. Wohnungseigentümer müssen sich über die Nutzung des Erdgeschosses einigen, insbesondere wenn es gewerblich genutzt wird oder wenn es sich um eine gemischt genutzte Wohnanlage handelt. So kann beispielsweise geregelt werden, welche Heizung die einzelnen Erdgeschosswohnungen nutzen oder wie der Zugang zum Garten geregelt ist. Die Regelungen dazu sind in der Teilungserklärung und der Gemeinschaftsordnung festgehalten.

Wie gestaltet sich der Verkauf einer Erdgeschosswohnung?

Beim Verkauf einer Erdgeschosswohnung gelten im Grunde dieselben Regelungen wie bei anderen Wohnungen. Es können sich jedoch Besonderheiten ergeben, etwa wenn die Erdgeschosswohnung barrierefrei oder mit einem Garten ausgestattet ist. In solchen Fällen kann eine höhere Nachfrage und somit ein höherer Verkaufspreis erzielt werden. Zudem sind bei der Preisfindung die Nachteile einer Erdgeschosswohnung zu berücksichtigen, wie etwa das höhere Einbruchsrisiko oder die geringere Aussicht.

Wie verhält es sich mit einer Erdgeschosswohnung im Sinne des Sondernutzungsrechts?

Eine Erdgeschosswohnung kann im Rahmen des Wohnungseigentumsrechts mit einem Sondernutzungsrecht verbunden sein. Dies bedeutet, dass ein Wohnungseigentümer das Recht hat, bestimmte Teile des gemeinschaftlichen Eigentums ausschließlich zu nutzen. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen Garten, eine Terrasse oder Abstellräume handeln. Die genauen Regelungen zum Sondernutzungsrecht sind in der Teilungserklärung und der Gemeinschaftsordnung festgelegt. Die Vergabe von Sondernutzungsrechten kann im Rahmen der Errichtung der Wohnanlage oder auch nachträglich erfolgen.


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